Czechia 2026 bei OrankeBuch: Alice Horáčková - Geteiltes Haus

Tschechien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2026. In diesem Rahmen kommt die bekannte Schriftstellerin Alice Horáčková zu uns und liest wenige Tage nach der Veröffentlichung aus ihrem neuen Roman “Geteiltes Haus”.
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Alice Horáčková
Alice Horáčková, 1980 in Prag geboren, studierte Sozialwissenschaften an der Karls-Universität. Ihr erstes Buch, “Vladimíra Čerepková” (Argo, 2014), die literarische Biografie einer vergessenen Beat-Dichterin, wurde für den Josef-Škvorecký-Preis und den Magnesia Litera 2014 für die Entdeckung des Jahres nominiert. “Geteiltes Haus” (OT: “Rozpůlený dům”) ist ihr zweites belletristisches Buch und das erste, das auf Deutsch erscheint. Horáčková lebt als freiberufliche Schriftstellerin in Prag.
Das Buch
Benetzko im Sudetenland. Hier begegnen sich Wilderer und freigeistige Frauen, Stofffabrikanten und spiritistische Damen, hier heiraten Tschechen Deutsche – nur um sich dann darüber zu streiten, welche Nationalität sie bei der Volkszählung angeben sollen, wer zuerst die neue Schule bauen wird und wer einen Hund namens Masaryk getötet hat. Inmitten geheimer Romanzen, Desertionen aus der Armee, beiläufigem Verrat und Namensänderungen kosten kleine Entscheidungen am Ende Menschenleben. Ausgehend von der Geschichte ihrer eigenen Familie – von kostbaren Erinnerungen und traurigen Memoiren, von Fotos, vergilbten Zeitungen und Archivfunden – webt die Autorin eine mitreißende Familiensaga.
Thomas Brussig sagt: “Dieser große Roman wirkt wie eine Fußnote zu Thoreaus berühmtem Verdikt, wonach die meisten Menschen ein Leben in stiller Verzweiflung führen. Frauen, die sich für die falschen Männer entscheiden, Männer, die in Verblendungen und Selbsttäuschungen gefangen sind. Lassen Sie sich nicht von Alice Horáčkovás nostalgiegeschwängertem Provinzcharme täuschen; ihre wuchtige Riesengebirge-Chronik ist ein Gemälde existenziellen Horrors.”
Die Veranstaltung wird vom Czechia 2026-Projekt im Rahmen des Jahrs der Tschechischen Kultur unterstützt (www.czechia2026.com). Partner sind Moravská zemská knihovna / Moravian Library und České literární centrum / Czech Literary Centre.
OrankeBuch live: Torsten Harmsen

Torsten Harmsen liest bei OrankeBuch am 11. September 2026 aus seinem aktuellen Buch “Broiler, Wimpel, Westpaket”. Der Berliner Autor, bekannt unter anderem durch “Berlin brummt”, bringt seine scharfsinnigen Alltagsgeschichten auf die Bühne und verspricht einen Abend voller Humor und feiner Beobachtungen.
Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich von Anekdoten rund um Gegenstände aus der Vergangenheit unterhalten.
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Das Buch
Der Mensch wächst mit den Dingen, die ihn umgeben – und diese Dinge erzählen oft mehr über eine Zeit als jedes Geschichtsbuch. Sie verändern sich, verschwinden, werden ersetzt oder tauchen in neuer Gestalt wieder auf. Torsten Harmsen nimmt in seinem Buch “Broiler, Wimpel, Westpaket” genau diese Alltagsgegenstände seiner Kindheit und Jugend in den Blick und macht daraus ein lebendiges, humorvolles Erinnerungsalbum eines ostdeutschen Lebens.
In 55 kurzen, pointierten Kapiteln spürt er den Objekten nach, die für viele Menschen im Osten prägend waren: vom Kassettenrekorder, der erste musikalische Freiheit versprach, über die Teppichklopfstange als Treffpunkt der Nachbarschaft, bis hin zu Rechenschieber, Setzkasten, Jeans, Schallplatten und der ersten Zigarette – einem kleinen Symbol jugendlicher Auflehnung. Manche dieser Dinge sind heute vollständig verschwunden, andere haben sich technisch oder kulturell weiterentwickelt, wieder andere sind zu nostalgischen Ikonen geworden.
Harmsen verbindet persönliche Erinnerungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen und zeigt, wie eng Biografie und Alltagskultur miteinander verwoben sind. Seine warmherzige, oft augenzwinkernde Art macht deutlich, wie sehr uns Gegenstände prägen können – und wie sie zugleich Spiegel einer Welt im Wandel sind. So lädt das Buch dazu ein, nicht nur in die eigene Vergangenheit einzutauchen, sondern auch darüber nachzudenken, welche Dinge unser heutiges Leben einmal erzählen werden.
Der Autor
Torsten Harmsen, Jahrgang 1961, ist ein Berliner Autor und Kolumnist, der seine Beobachtungen des Alltags mit trockenem Humor und feiner Ironie verbindet. Er lernte Schriftsetzer, studierte Journalismus und arbeitet seit 1988 als Redakteur bei der Berliner Zeitung, wo er regelmäßig mit seinen Glossen und Kolumnen das Leben in der Hauptstadt kommentiert.
Harmsen hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter Neulich in Berlin, Der Mond ist ein Berliner und Berlin brummt, eine Sammlung pointierter Geschichten aus dem Berliner Alltag. Seine Texte zeichnen sich durch warmherzige Skepsis gegenüber den Marotten der Stadtbewohner und eine genaue Beobachtungsgabe aus, die Alltagsszenen zu kleinen literarischen Miniaturen macht.
Er trat mit Berlin brummt bereits bei OrankeBuch (zu Gast in der Galerie 100) auf, wo er sein Publikum mit Anekdoten und scharfsinnigen Alltagsbetrachtungen unterhielt.


